Freitag, 2. September 2016

Inzucht, real existierender Irrsinn, etwas anderes?

In D gibt es m.W. in den Wirtschaftswissenschaften keinen Lehrstuhl (von Rang) mehr, der nicht mit einem Apologeten des Neoliberalismus besetzt ist. Und die Zunft freut(e) sich mächtig, und strotzte viele Jahre nur so vor Selbstgefälligkeit, da dieser "Siegeszug" doch ein Ausweis von dessen "Überlegenheit" und "Alternativlosigkeit" sei. ...

Spätestens seit der Finanzkrise 2008 gleicht deren selbstzufriedener Habitus  allerdings immer mehr einer Maske - flankiert von Durchhalteparolen. ...


[→] (neu) Mehr Menschen in der EU trotz Vollzeitjobs von Armut bedroht
Weniger Arbeitslosigkeit führt laut einer Studie nicht zu sinkendem Armutsrisiko.
Deshalb sei auch die Legitimität unserer Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung bedroht. Der Anteil der Menschen, die trotz eines Vollzeitjobs von Armut bedroht sind, ist in Europa laut einer Studie gewachsen. Ihr Anteil stieg im vergangenen Jahr auf 7,8 Prozent, wie die Bertelsmann-Stiftung in Gütersloh unter Verweis auf ihre Untersuchung Social Justice Index 2016 mitteilte. 2013 lag der Anteil noch bei 7,2 Prozent. Als Gründe für das steigende Armutsrisiko trotz voller Erwerbstätigkeit nennt die Stiftung unter anderem einen wachsenden Niedriglohnsektor und die Spaltung der Arbeitsmärkte in reguläre und atypische Formen von Beschäftigung. ...
zeit.de, 14. November 2016

[→] (neu) George Soros und der IWF: Ziemlich beste Freunde
Schulden als Massenvernichtungswaffe, die Popper-Mont-Pèlerin-Connection und "Verschwörungstheorie" nach Popper: Soros-Leaks Teil 3
Der IWF ist das finanzpolitische Schlachtschiff des Neoliberalismus. Seine Freunde erklären eine fiskalische Umverteilung von Einkommen von den Reichen zu den Armen zur überkommenen Politik; sozialistische Länder lobt der IWF ungern, auch wenn sie ökonomisch exzellente Entwicklungen vorweisen können, wie das Bolivien des Evo Morales. ...
Thomas Barth, telepolis.de, 02. November 2016

[→] Das Terrorspiel der Clowns
Eine der berüchtigsten Kunstfiguren der Kulturindustrie erwacht im gegenwärtigen Clownwahn zum Leben
Es lohnt sich, mit den Waren zu beschäftigen, die die spätkapitalistische Kulturindustrie fabriziert. Natürlich nicht ihres konkreten "Unterhaltungswerts" wegen, ... Die Auseinandersetzung mit den Mainstream-Produkten der Medienindustrie lohnt deswegen, weil diese unbewusst, im Subtext auf das "kollektive Unterbewusste" der Gesellschaft verweisen, in der sie hergestellt werden. Sie verweisen auf das, was in der Gesellschaft vor sich geht, aber aufgrund der dominanten Ideologie, des gegebenen Sachzwangsregimes nicht öffentlich artikuliert und debattiert wird. Kulturindustrie hat schon immer eine Art umgekehrter Psychoanalyse praktiziert, bei der öffentlich tabuisierte Widersprüche, Prozesse oder Ereignisse ins Unbewusst-Symbolische verdrängt und zumeist personifiziert wurden.
Es gilt also, diesen unbewusst in die Produkte der Kulturindustrie eingewobenen Subtext freizulegen, zu dechiffrieren, um Einsichten in all die irrationalen Verheerungen des Massenbewusstseins zu erhalten, die von der herrschenden neoliberalen Ideologie mit dem Bannfluch belegt sind. Das, was die spätkapitalistische Gesellschaft von sich selbst nicht wissen will, kommt so zu Vorschein. ...
Tomasz Konicz, telepolis.de, 27.10.2016

[→] Über die Rolle von NGO’s als Instrumente des Imperiums. Fall Brasilien.
Naomi Klein hat in ihrem Buch Schock-Strategie beschrieben, dass und wie zum Putsch von Pinochet gegen den gewählten Präsidenten Allende die Anhänger der neoliberalen Chicagoer Schule in Chile und in den USA am Putsch mitwirkten bzw. diesen für den Test ihrer neoliberalen Ideologie nutzten. Da waren Professoren und Geheimdienstagenten im Spiel. Heute sind NGOs im Spiel. Der Südamerika Korrespondent Frederico Füllgraf beschreibt den Vorgang am Fall Brasilien und speziell am Sturz der Präsidentin Dilma Rousseff. ...
nachdenkseiten.de, 20.10.2016

[→] Die Freiheit, die sie meinen
Der Neoliberalismus immunisiert sich nicht nur gegen Kritik, er assimiliert sie und verkehrt sie in ihr Gegenteil. Der Begriff der Freiheit etwa ist längst schon unter die Räder gekommen – und jene, die heute noch nach Freiheit rufen, fordern damit in aller Regel die eigene Unterwerfung unter Fremdbestimmung und Markt. Ein Schlaglicht hinter die verantwortlichen Kulissen der Macht wirft nun der Autor und Publizist Werner Rügemer, der mit seinem neuesten Buch eine Art „Geschichtsschreibung von unten“ vorlegt, welche die materielle Realität hinter dem Nebel der alltäglichen Propaganda zurück ins Licht bringt. Jens Wernicke sprach mit ihm.
nachdenkseiten.de, 2. September 2016

[→] Machteliten: Von der großen Illusion des pluralistischen Liberalismus
Auch 60 Jahre nach seinem Erscheinen hat Charles Wright Mills' Buch "The Power Elite" nichts an Brisanz verloren
Sein Name: Charles Wright Mills. Sein Geburtsort: Austin, Texas. Sein Beruf: Soziologe. Seine Berufung: Seine Aufgabe als kritischer Gesellschaftswissenschaftler ernst zu nehmen.
Wer kennt heute noch den Namen dieses Mannes, der 1956 durch sein Buch "The Power Elite" die Machtelitentheorie begründete? Obwohl Mills längst ein Klassiker der Soziologie ist, scheint die Arbeit des unangepassten Professors von der Columbia Universität in Vergessenheit geraten zu sein. ...
Marcus Klöckner, telepolis.de, 23.07.2016

[→] Zwischenruf eines Blauäugigen
Terrorismus ist besiegbar, wenn wir umdenken
Die terroristischen Anschläge seit 2015 (Charlie Hebdo, Stade de France, Bataclan-Theater, Flughafen Brüssel-Zaventem, U-Bahnhof Maalbeek, Orlando sowie zuletzt Promenade des Anglais in Nizza) gleichen sich auf eine gespenstische Art. Die Ähnlichkeit liegt nicht in der äußeren Form der Tatbegehung; diese differiert naturgemäß, abhängig vom Täter- und Opferkreis, von den Örtlichkeiten und vom Ziel der Attentate. Was sich jedoch gleicht, das sind die öffentlichen Reaktionen, insbesondere die ritualisierte Betroffenheitsrhetorik der Politiker. Diese bekennen sich zum eigenen, "westlichen" Lebensstil, zur europäischen Wertegemeinschaft, zur grenzüberschreitenden Solidarität und zur wachsamen Kampfbereitschaft ("Wir befinden uns im Krieg"). ...
Peter Vonnahme, telepolis.de, 23.07.2016

[→] Regionalflughäfen: Der Preis der Eitelkeit
Das Debakel beim Flughafen Frankfurt-Hahn ist kein Einzelfall
Die rheinland-pfälzische Landesregierung hat sich kürzlich bis auf die Knochen blamiert, als sie den Regionalflughafen Frankfurt-Hahn fast an einen Betrüger aus China verscherbelt hätte. Der für die Landespolitik blamable Vorgang ist nur einer von vielen Skandalen rund um die deutschen Provinzpisten. Eitles Posieren von Provinzfürsten gehört bei Flughafenprojekten fast schon zur Folklore und hat sich für die wirtschaftliche Entwicklung eines jeden Regionalflughafens als verhängnisvoll erwiesen. In Rheinland-Pfalz erreichte die Provinzposse einen Höhepunkt der Lächerlichkeit, doch skandalös ist die Lage aller Regionalflughäfen. ...
Wolfgang J. Koschnick, telepolis.de, 22.07.2016

[→] Die CIA und das Öl
Freigegebene Geheimakten belegen paramilitärische Sabotagepläne der CIA für den Mittleren Osten im Kalten Krieg
Vor Kurzem veröffentlichte das National Security Archive bislang gesperrte Akten der US-amerikanischen und der britischen Geheimdienste zum Mittleren Osten aus den Jahren 1947 bis 1963. Das zerfallende Empire und die Supermacht befürchteten eine russische Invasion der Ölfelder und planten eine Rückzugsstrategie der verbrannten Erde - hinter dem Rücken ihrer Gastgeber. ...
Markus Kompa, telepolis.de, 19.07.2016

[→] WDR Fernsehen : Wir tanken RegenwaldDie-Lüge vom Öko-Diesel
Millionen Verbraucher tanken ohne ihr Wissen schon seit Jahren mit jeder Dieseltankfüllung ein Stück Regenwald. Seit 2007 ist die Industrie staatlich verpflichtet, sieben Prozent Bio in Dieselöl zu mischen und kaum einer weiß davon. ...
WDR, die story, 13.07.2016 | 44 Min. | UT | Verfügbar bis 13.07.2017

[→] Nizza: Der Gewaltakt eines Terroristen? Die Offiziellen hatten sofort diese Version parat. Und sie verleugnen sich als Quelle der Gewalt. Sie können oder wollen sich nicht vorstellen, dass unsere von ihnen geprägte Gesellschaft krank machen kann. Oder sie brauchen den Terrorismus als Feind. Dass sie für diesen mitverantwortlich sind, leugnen sie. – Noch wissen wir nicht, ob der Täter von Nizza vom IS gesteuert ist. Aber der französische Präsident und seine Minister halten an dieser Version fest. Merkel und Premierministerin May haben die Version übernommen. Hollande rief zum Kampf gegen die Geißel des Terrorismus auf und meint damit auch Militäreinsätze. Also weiter so wie bisher. ...
Albrecht Müller, nachdenkseiten.de, 18. Juli 2016

[→] „Den Menschen wurde klar, dass sie keine Entscheidungskraft besitzen“Noam Chomsky im NachDenkSeiten-Interview
Der ehemalige MIT-Linguist Noam Chomsky gilt als einer der wichtigsten und bekanntesten linken Intellektuellen der Gegenwart. Sein Wort hat zweifelsohne Gewicht. Emran Feroz hatte die Ehre, Chomsky für die NachDenkSeiten zu interviewen. Im exklusiven NachDenkSeiten-Interview geht es um die Flüchtlingskrise, Europa, den Brexit und über das Schwinden des Vertrauens der Bürger in die Demokratie. ...
nachdenkseiten.de, 14. Juli 2016

[→] Können wir uns vor kollektivem Wahn und seinen Folgen schützen?
Die Grundsatzfrage, die am Anfang des Projekts NachDenkSeiten stand. 
Und dort immer noch steht. – Vor zwei Tagen erschien in der Süddeutschen Zeitung ein bemerkenswerter Artikel. Die gesetzliche Rente ist viel besser als ihr Ruf heißt es dort. Er beginnt mit der Feststellung, „Am Anfang war eine Art kollektive Gehirnwäsche“. Gemeint ist das vor „20 Jahren“ entdeckte „neue Mantra“ von „Ökonomen, Rentenexperten, Lobbyisten der Finanzindustrie und Politiker“, die gesetzliche Rente sei eine „tickende Zeitbombe“. Deshalb brauchten wir die Privatvorsorge, so die Vorstellung. – Die späte Einsicht der Süddeutschen Zeitung muss uns deshalb interessieren, weil es andere wichtige Felder der Politik gibt, auf denen die entscheidenden Personen ähnlichen fixen Ideen (Mantra) verfallen sind oder verfallen sein werden. ...
Albrecht Müller , nachdenkseiten.de, 12. Juli 2016

[→] Der Tod des Neoliberalismus
Nun haben selbst führende Wirtschaftswissenschaftler gemerkt, dass die neoliberale Ideologie den Kapitalismus nicht retten kann. Weiter gemacht wird trotzdem ...
Aditya Chakrabortty, freitag.de, 01.06.2016