Mittwoch, 15. Februar 2017

Postfaktische FakeNews? Informationskrieg? [update]

Desinformation, Ente, Falschmeldung, Halbwahrheit, tendenziöse Berichterstattung, Verschweigen von  Informationen?  - Unwissentlich (aus Dummheit, Gutgläubigkeit, Naivität ...)?  - Oder mit voller Absicht? ...

→ s.a.: Dummkopf, Verbrecher, etwas Drittes?


[→] (neu) Versteht der Bundesjustizminister sein Netzwerkdurchsetzungsgesetz?
Heiko Maas verbreitet Fake News über Gesetz gegen Fake News
Die Große Koalition hat in ihrer Weisheit das Netzwerkdurchsetzungsgesetz verabschiedet, mit dem Betreiber von Social Media-Plattformen zur Reinigung von Hassrede und Fake News gezwungen werden soll. Ab 1. Oktober müssen soziale Netzwerke mit mehr als zwei Millionen Nutzern auf Zuruf Gedankenverbrechen innerhalb sehr kurzer Fristen löschen.
In der öffentlichen Diskussion hierüber kursieren zum Thema jedoch diverse Fake News. ...
12. September 2017 Markus Kompa

[→] „Ein letztes Aufbäumen in der verlorenen Schlacht um das Deutungsmonopol“
„Sie haben im Rudel gejault, statt ihren Job zu machen, sie haben Obama und Hillary mit Lob und Hudel übergossen und Donald in die Tonne getreten.“ ...
Marcus Klöckner im Gespräch mit Mathias Brökers („König Donald, – Die unsichtbaren Meister und der Kampf um den Thron“)
nachdenkseiten.de, 8. Juni 2017

[→] Maas' Zensurgesetz: Verbände hoffen auf Union und EU-Kommission
Pressemitteilung der CDU/CSU weckt Zweifel an schneller Verabschiedung - Ausweitung der Online-Durchsuchung und "Must-be-Found"-Pflicht in Vorbereitung
  Heute behandelt der Bundestag das Netzwerkdurchsetzungsgesetz (NetzDG) von Bundesjustizminister Maas (vgl. Maas will NetzDG noch diese Woche durch den Bundestag bringen). Seit Nadine Schön, die stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion gestern Abend eine Presserklärung abgab, in der es heißt, das Gesetz müsse "substantiell verbessert werden, um gesamtgesellschaftliche Anerkennung zu finden", bestehen jedoch Zweifel daran, ob dieses NetzDG gleich durchgewunken wird und noch vor der Bundestagswahl in Kraft treten kann.
  Maas wies auf Facebook gestern noch einmal alle Befürchtungen von Kritikern des Gesetzes als unbegründet zurück. Im aktuellen Entwurf hat er eine Ausnahme eingefügt, die den mit guten Kontakten zu Ursula von der Leyen und anderen Politikern ausgestatteten Burda-Konzern freuen wird: XING ist nun als Netzwerk mit einer "Themenvorgabe" von den neuen Zensurpflichten befreit. Andere Unternehmen müssen dagegen weiter Bußgelder in Höhe von 50 Millionen Euro fürchten, wenn sie nicht schnell und umfassend genug zensieren. Die kurzen Fristen (je nach Fallgruppe 24 Stunden oder sieben Tage) und die gigantische Drohsumme dürften gemeinsam dafür sorgen, dass auch viele rechtmäßige Inhalte gelöscht werden, weil Firmen lieber Nutzer verprellen, als ein so großes finanzielles Risiko einzugehen. ...
Peter Mühlbauer, telepolis.de, 19. Mai 2017

[→] Der große britische Brexit-Raubzug: Wie unsere Demokratie gekapert wurde.
Leser haben uns auf diesen Artikel im britischen Guardian und Observer The great British Brexit robbery: how our democracy was hijacked aufmerksam gemacht. Die NachDenkSeiten-Leserin Josefa Zimmermann hat ihn übersetzt. Herzlichen Dank, auch im Namen aller interessierten Leserinnen und Leser. Ein bedrückendes Dokument zum Zustand westlicher Demokratien. ...
Albrecht Müller, nachdenkseiten.de, 17. Mai 2017

[→] Ein Interview zu sogenannten Verschwörungstheorien, mit dem man sich auseinandersetzen sollte!
Am 8.5.2017 erschien im Organ der Friedrich-Ebert-Stiftung „Internationale Politik und Gesellschaft“ (IPG) ein Beitrag mit dem Titel „Wer regiert wirklich die Welt? Der Amerikanist Michael Butter über Reptiloide und die Faszination von Verschwörungstheorien.“ Der NachDenkSeiten-Leser Dipl.-Psych. Klaus Schlagmann hat diesen Text analysiert, kommentiert und den NachDenkSeiten zur Verfügung gestellt. ... Hier ist die Analyse von Klaus Schlagmann als PDF.
Albrecht Müller, nachdenkseiten.de, 16. Mai 2017

[→] Fakten und Fake News
Modernisierungsprozesse in den Medien
Ende des 19. Jahrhunderts veränderte der Siegeszug der Telegraphie die Informationsübermittlung gravierend. Erstmals, so schreibt Neil Postman 1985 in seinem Buch "Wir amüsieren uns zu Tode", wurde die "Idee der kontextlosen Information" marktfähig. Einst regional gebundene Informationen waren nun weitgehend zeitgleich überall nutzbar, aus "funktionalen Informationen" wurden "dekontextualisierte Fakten". Nach und nach strahlte das telegrafische Modell auf die Presse aus, dann auf das Radio und die anderen elektronischen Medien. "Zusammenhanglosigkeit", so Postman, "erhielt Eingang in den Diskurs".
  In den 1990er Jahren gewannen diese dekontextualisierten Fakten auch im bundesdeutschen Mediensystem an Bedeutung. Am Anfang dieser Modernisierung stand die Neugründung des Magazins "Focus" (1993). Der Slogan "Fakten Fakten Fakten" und das aufgelockerte Erscheinungsbild machten den Kulturwechsel sehr deutlich - und die anderen Medien zogen rasch nach. (Farb)Fotos, Zahlen, Grafiken, Statistiken, Tabellen, Kästchen, Kurzstatements, Formen also, die in Zeitungen und Fernsehen bisher ein Randdasein geführt hatten, wurden stilbildend. Ein neuer, auf "Fakten", d.h. detextualisierte Informationen setzender Journalismus entstand. ...
Hans-Jürgen Krug, telepolis.de, 09. Mai 2017

[→] Das "Twitter-Mädchen" im Syrienkrieg
Fata Morganas aus 1000 und einer Nachtschicht
Bei der Rollenverteilung in Gut und Böse greifen erfahrene Spindoctors gerne auf kleine Mädchen zurück, die zuverlässig Sympathien für die leidende Partei und Hass auf die denunzierte Partei liefern (vgl. Geleaktes CIA-Dokument belegt Kriegspropaganda - Junge Mädchen in der politischen Propaganda).
  Legendäres Beispiel ist [die vermeintliche] "Krankenschwester Nayira" die 1990 in einem Video heulend "bezeugte", wie irakische Soldaten Babys aus Brutkästen geworfen hätten. Diese von Medienvertretern unkritisch aufgesogene Story bewirkte in der Öffentlichkeit eine Stimmung, die den USA das Bombardement auf die Ölfelder des Irak politisch ermöglichte. Tatsächlich waren die "Babys" in Wirklichkeit Puppen, die "Krankenschwester" die Tochter des kuwaitischen Botschafters. Regie dieser infamen Propaganda-Inszenierung führte die PR-Agentur Hill & Knowlton.
  Während das Leben der nur inszenierten Babys damals immerhin für einen Kriegsgrund taugte, spielte die halbe Million echter irakischer Kinder, die durch das US-Embargo ohne Medikamente verreckte, für die westliche Wertegemeinschaft keine Rolle. Bill Clintons damalige Außenministerin Madeleine Albright kommentierte 1996 ungerührt, dieses Opfer sei es wert gewesen. Die zynische Kriegerin führt heute eine politische Beratungsfirma in strategischer Partnerschaft mit dem grünen Warlord Joschka Fischer, der den Deutschen den Jugoslawienkrieg verkaufte, und unterstützt Warlady Hillary Clinton, die lügend und lächelnd über Leichen geht. ...
Markus Kompa, telepolis.de, 08. Mai 2017

[→] Wenn die Medien einmal wirkliche Aufklärung leisten, wird diese umgehend diskreditiert.
Wir haben uns als Rubikon nicht nur gute und streitbare Beiträge vorgenommen. Wir haben uns auch gesagt, dass wir unsere bescheidenen Möglichkeiten – zusammen mit unseren Leserinnen und Lesern – dazu nutzen werden, Unterstützung für jene, die mit genau diesem Vorhaben unter Feuer genommen werden, zu leisten.
Auch wenn die Macher der Dokumentation Tod einer Polizistin – Das kurze Leben der Michèle Kiesewetter aktuell nicht direkt angegriffen werden, geht es natürlich darum, genau ihnen und anderen wie ihnen das Leben schwer zu machen, indem man sie auf die „schwarze Liste“ setzt und Dokumentationen wie diese zukünftig nicht mehr finanziert.
Aus diesem Grunde möchten wir klar und deutlich unsere Unterstützung für die beiden Filmemacher aussprechen und legen unseren Leserinnen und Lesern ans Herz, dies ebenfalls zu tun – zum Beispiel durch Briefe an die Programmdirektion des ARD. ...
Wolf Wetzel, rubikon.news, 03. Mai 2017

[→] OLG Hamburg: stern.de vs. blauerbote.com – Fake News
Am Hamburger Oberlandesgericht beziehungsweise am Landgericht Hamburg finden zur Zeit juristische Auseinandersetzungen zwischen stern.de und einem Stern-Journalisten einerseits und mir als Betreiber des Blogs Blauer Bote Magazin andererseits statt. Dabei geht es um Aussagen meinerseits gegen den Stern aus dem Bereich „Propaganda und Fake News“ zu einem Stern-Artikel zum tatsächlichen oder angeblichen „Twitter-Mädchen“ Bana Alabed (Aleppo, Syrien). Der Stern verlangt die Löschung entsprechender Blauer-Bote-Artikel, denn bei dem Fall Bana Alabed handele es sich nicht um Propaganda, eine Fälschung etc. und entsprechende Attributierungen seien zu unterlassen. Eine ganze Stange Geld soll mich das alles natürlich auch noch kosten. ...
blauerbote.com, 14. März 2017

[→] 50 Jahre "Verschwörungstheoretiker"1967 verteilte die CIA eine geheime Handreichung zur Diskreditierung von Zweiflern
Ausgerechnet der "1. April" ziert als Datum das CIA-Dokument 1035-960, in welchem die CIA 1967 den Begriff "Conspiracy Theory" - "Verschwörungstheorie" - einführte. Sie reagierte damit auf das verbreitete Unbehagen über die offizielle Interpretation des Kennedy-Attentats. Nach Präsentation des Warren-Reports, der maßgeblich von CIA-Mastermind Allen Dulles geprägt war, erschien eine Welle von Büchern, die bei damals 46% der US-Bürger Zweifel an der Alleintäterschaft Oswalds verursachte. ...
Markus Kompa, telepolis.de, 04. April 2017

[→] Die (postfaktischen?) Erzählungen der Münchener Sicherheitskonferenz
Die Veranstalter erzählen 2017 die Geschichte von der guten "liberalen internationalen Ordnung", die von einer "antiliberalen Internationale" bedroht wird ...
Florian Rötzer, telepolis.de, 14. Februar 2017

[→] Die Fakes des neuen Bundespräsidenten und seiner Mitstreiter bei der Agenda 2010 und der Ukraine Krise
nachdenkseiten.de,  14.02.2017

[→] Innenministerium plant «Abwehrzentrum» gegen Fake News
Berlin (dpa) - Das Bundesinnenministerium will der Verbreitung von Falschnachrichten einem Medienbericht zufolge mit einem «Abwehrzentrum gegen Desinformation» begegnen. ...
faz.net, 23.12.2016

[Ist das jetzt also die mediale Vorbereitung eines zukünftigen "Wahrheitsministeriums"?]

[→] Fake News in den Tagesthemen
WDR-Chefredakteurin fordert Gatekeeping in Social Media
In einem Kommentar in den Tagesthemen forderte die WDR-Chefredakteurin Sonia Mikich eine Selbstverpflichtung von Facebook und Co., gegen gefälschte Nachrichten vorzugehen. Es dürfe nicht sein, dass gefälschte Nachrichten mehr Verbreitung fänden als recherchierte. Jeder habe "das Grundrecht auf eine eigene Meinung - aber nicht auf eigene Fakten."
Rechtlich gesehen verbreitete Mickich damit selbst Fake News, denn nach dem (eigentlich einfach zu recherchierenden) Art. 5 GG hat jeder das Grundrecht, "sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten", worunter selbstverständlich auch der Stammtisch im Internet zählt. Und auch "eine Zensur findet nicht statt." Befremdlich ist auch die fromme Einordnung von professionellen Nachrichten als "Fakten" - möglicherweise hat man der Prawda (deutsch: "Wahrheit") und dem irakischen Informationsminister "Comical Ali" Unrecht getan. ...
Markus Kompa, telepolis.de, 13. Dezember 2016

[→] Falschmeldungsverbot: Wie stellen Sie sich das jetzt vor, Herr Mayer?
Der CSU-Politiker Stephan Mayer will mit Fake-News und Desinformation im Internet aufräumen. Doch bevor es richtig losgeht: Wir haben da noch ein paar klitzekleine Fragen. ...
Markus Reuter, netzpolitik.org, 12. Dezember 2016

[→] Fake News? Das ist doch ein alter Hut
Der Begriff „Fake News“ ist in aller Munde. In einem kurzen Erklärvideo fragt sich jetzt sogar die Tagesschau wie „gefährlich Fake News“ sind. Wir haben die Antwort: Fake News können extrem gefährlich sein und sind für Millionen Todesopfer verantwortlich. Als besonders gefährlich haben sich dabei jedoch die „Fake News“ herausgestellt, die nicht nur über die Sozialen Medien, sondern über die klassischen Medien verbreitet werden. ...
Jens Berger, nachdenkseiten.de, 12. Dezember 2016

[→] Fake News und die Lügen der Kriegspartei
Pat Buchanan, propagandaschau.wordpress.com, 5.12.2016

[→] Asbest - Die tödliche Faser
Warum die Gefahr noch lange nicht vorbei ist | Das Erste | 16.08.2016
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Anm.:  Eigentlich ein verdienstvoller Beitrag des SR (vor allem auch wg. der Recherche über die unrühmliche Rolle der BG)! Wäre da nicht die ständig wiederholte undifferenzierte Rede und Bebilderung von "ASBEST". ...
Das Bundesumweltamt unterscheidet zwischen dem hochproblematischen "schwach gebundenen Asbest" (in Decken- und Wandplatten, Heizkörpernischen, Nachtspeicheröfen, Heizkesseln, Auskleidungen bei Elektrogeräten wie Toastern, Haartrocknern, Bügeleisen) und dem weniger problematischen "fest gebundenen Asbest" (sog. Asbestzement in Produkten wie Dach- oder Wellplatten, Rohren, Kabelkanälen und auch freistehenden Formteilen wie Blumenkästen und Gartenmöbeln. Selbst Sommerrodelbahnen, Tischtennisplatten oder Minigolfbahnen können aus Asbestzement hergestellt sein). ...
Schlichte Gemüter, die (nur) diesen Beitrag und die dort transportierte "einfache Botschaft" zur Kenntnis nehmen, sind jetzt eventuell seeehr verunsichert und versucht, in Panik zu geraten, wegen des "vielen Asbests" in ihrer Umgebung ...

[→] ARD-Story „Land der Lügen“ – Aufklärung nur im Nachtprogramm
Es gehört zur gezielten Manipulation und Desinformation der Bevölkerung, dass wahrhaftige Informationen, die die Herrschaft der Partei- und Wirtschaftseliten hinterfragen oder ihre dem Volk einzuimpfenden Narrative untergraben, entweder ins Kabarett oder das Nachtprogramm - in der Regel beides - geschoben werden. ...
propagandaschau.wordpress.com, 12.04.2016


[→] (neu) Die unsichtbare Hand des Meinungsmarktes
Verschwörungen : Ein Spitzenaußenpolitiker der SPD erregt sich über das Umsichgreifen von Verschwörungstheorien. Andere Sorgen hat er jetzt offenbar nicht. ...
Reinhardt Gutsche, freitag.de, 19.12.2014




Erneuerbare Energien "zu teuer"?

[→] (neu) Toshiba kämpft wegen Atomkraft-Verlusten ums Überleben
Nachdem sich der japanische Konzern im Atomgeschäft verheddert und Milliarden verloren hat, tritt der Konzernpräsident ab
Es war wahrlich keine Überraschung mehr, dass der japanische Elektronikkonzern Toshiba wegen seiner desaströser Atomgeschäfte in den USA einen Milliardenverlust verbuchen würde. Im laufenden Geschäftsjahr wird ein Verlust von 3,2 Milliarden Euro gerechnet, erklärte Toshiba heute. Damit summieren sich die Verluste in nur zwei Jahren auf 7Milliarden Euro, da der Konzern schon im Vorjahr 3,8 Milliarden Euro an Verlusten eingefahren hat. In diesem Jahr kommt es zwar nicht ganz so schlimm, wie mit vier Milliarden Euro prognostiziert wurde. ...
Ralf Streck, telepolis.de, 15. Februar 2017

[→] (neu) Frankreich fehlen viele Milliarden für den Atomkraft-Rückbau
"Wir haben Atomreaktoren gebaut, ohne uns die Frage nach ihrem Ende zu stellen", wurde nun festgestellt
  Es war längst klar, doch der Bericht der Berichterstatterin Barbara Romagnan zur technischen und finanziellen Durchführbarkeit des Rückbaus von Atomkraftwerken macht es noch einmal deutlich: "Nichts ist so gekommen, wie es vorgesehen war", erklärte die sozialistische Abgeordnete vor der Nationalversammlung vergangene Woche. Und es ist erstaunlich, dass dies in Deutschland praktisch unbeachtet blieb. Allein der Deutschlandfunk bildete dabei eine positive Ausnahme. ...
Ralf Streck, telepolis.de, 05. Februar 2017

[→] Fukushima: Die Kosten explodieren
Das japanische Wirtschaftsministerium schätzt die Kosten jetzt auf fast 180 Milliarden US-Dollar
  Ende 2013 ging das japanische Wirtschaftsministerium noch von 11 Billionen Yen an Kosten für die Folgen des Reaktorunglücks in Fukushima 2011 aus. 5,4 Billionen waren vorgesehen als Entschädigung, 2,5 Billionen an Dekontaminierung, 1,1 Billionen für die vorübergehende Lagerung und 2 Billionen für den Abbau der Reaktoren. Drei Jahre später verdoppelt das Ministerium die Kostenschätzung nahezu und rechnet mit 20 Billionen Yen (180 Milliarden US-Dollar).
  Damit dürfte das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht sein, denn der Abbau kommt viel langsamer voran als gedacht, von der Entsorgung und Lagerung ganz zu schweigen. Jetzt werden auch die Entschädigungszahlungen für die Bewohner auf 8 Billionen Yen erhöht. Die Kosten für die Dekontaminierung haben sich mit 4-5 Billionen vervierfacht – und auch die optimistischen Schätzungen für die Zwischenlagerung und den Abbau werden auf einige Billionen mehr veranschlagt.
  Wer zahlt dafür? Offenbar sollen die Kosten an die Stromkunden weitergereicht werden. ...
Florian Rötzer, telepolis.de, 28. November 2016

[→] Neue Schutzhülle über Atomruine Tschernobyl
Tausende Tonnen Stahl gegen lebensbedrohliche Strahlung: Ein neuer Sarkophag soll 100 Jahre vor den Folgen der Atomkatastrophe schützen. Die Ukraine will an dem symbolischen Ort künftig auch auf erneuerbare Energien setzen. ...
faz.net, 29.11.2016

[→] Atomkraft: Uraltreaktoren wird eingeheizt
AKW-Betreiber trauen offensichtlich ihren Anlagen nicht mehr so recht
Nach Recherchen von WDR und Süddeutscher Zeitung wird in mindestens 18 aktiven europäischen Atomreaktoren das Notkühlwasser vorgeheizt. Darüber berichtete am Mittwochabend die ARD. Das Notkühlwasser kommt zum Einsatz, wenn der normale Kühlwasserkreislauf ausfällt. Das Vorheizen deutet daraufhin, dass die Betreiber den Druckbehältern – bei allen betroffenen AKW handelt es sich um Druckwasserreaktoren – nicht mehr so richtig vertrauen. Geübt werde dies Praxis in mindestens 18 Fällen in der tschechischen Republik, Finnland, Frankreich, der Slowakei und Belgien. ...
Wolfgang Pomrehn, telepolis.de, 24. November 2016

[→] "Alarmierende Wahrscheinlichkeit" eines Supergaus in belgischen Atomkraftwerken
Der Chef der belgischen Atomaufsicht ist entsetzt über den Betreiber Electrabel, der keine Initiativen zeige, das "Sicherheitsniveau zu verbessern"
Die gefährlichen belgischen Atommeiler kommen nicht aus den Schlagzeilen. Doch nun sind es nicht Atomkraftgegner, die auf die fatale Lage in den Atomkraftwerken aufmerksam machen, sondern niemand anders als der Chef der Atomaufsichtsbehörde (AFCN). Die belgische Zeitung "La Libre" hat über zwei Briefe berichtet, die Jan Bens am 1. Juli und am 2. September an Electrabel und Engie geschickt hat, denn der führende belgische Energiedienstleister ist eine Tochtergesellschaft der französischen GDF Suez, die inzwischen in Engie umbenannt wurde. ...
Ralf Streck, telepolis.de, 22. November 2016

[→] Fessenheim : Aufatmen in Deutschland, Durchatmen in Frankreich
Die Abschaltung des Atomkraftwerks rückt auf die Tagesordnung, doch das wird teuer für französische Steuerzahler
In den Verhandlungen zwischen dem Atomkraftwerksbetreiber Électricité de France (EDF) und der französischen Regierung ist offenbar der Durchbruch zur baldigen Abschaltung des umstrittenen Atomkraftwerks gelungen. So habe man sich in der Frage der geforderten Entschädigung nun auf die Grundzüge einer Einigung verständigt, hat der EDF-Chef Jean-Bernard Lévy erklärt. Es soll demnach zwei verschiedene Zahlungen an den Konzern geben, an dem der Staat mit 85% beteiligt ist. ...
Ralf Streck, telepolis.de, 01. August 2016

[→] Atomstrom in Frankreich: 28 Millionen EDF-Kunden müssen nachzahlen
Der französische Atomstrom-Hersteller subventionierte den Strom und wehrt sich gegen die Abschaltung von Fessenheim
Dass in Frankreich die Kosten für den angeblich billigen Atomstrom aufgehübscht werden, ist schon lange kein Geheimnis mehr. Dazu muss nun nicht einmal mehr auf die massiven Verluste des fast komplett staatlichen Energieerzeugers EDF verwiesen werden, der kürzlich eine Kapitalerhöhung von vier Milliarden Euro brauchte, um das laufende Geschäft in baufälligen Meilern zu finanzieren, welche die Steuerzahler drei Milliarden gekostet hat. ...
Ralf Streck, telepolis.de, 17. Juni 2016

[→] Portugiesen fürchten spanische Atomkatastrophe
Gemeinsam protestierten Portugiesen und Spanier am Wochenende gegen das Atomkraftwerk Almaraz
Etwa 2000 Spanier und Portugiesen demonstrierten am Samstag in der spanischen Stadt Cáceres gegen das Atomkraftwerk Almaraz, das in der Grenzregion in der Extremadura steht. Eigentlich sollte das Atomkraftwerk, das 1983 ans Netz ging, schon 2010 abgeschaltet werden. Doch in der schweren Wirtschaftskrise verlängerte die damalige sozialistische Regierung nicht nur die Laufzeit des ältesten Atomkraftwerks Santa María de Garoña, das sogar schon 1971 ans Netz ging. Die Laufzeit für Garoña wurde zwar nur um zwei Jahre verlängert, Almaraz erhielt dagegen zehn Jahre als Zuschlag.
Doch die Menschen in der Region bekommen zunehmend Angst vor dem Meiler, weil immer neue Sicherheitsmängel öffentlich werden. ...
Ralf Streck, telepolis.de, 14. Juni 2016

[→] Französische Atomreaktoren mit fatalen Problemen
Die Probleme, die 2014 Fessenheim außer Kontrolle geraten ließen, bestehen auch in anderen Atomkraftwerken. ...
Ralf Streck, telepolis.de, 22. April 2016

[→] Fessenheim soll nach fatalen Vorgängen abgeschaltet werden
Das Kraftwerk geriet 2014 zeitweise außer Kontrolle und soll nun endlich 2016 abgeschaltet werden. ...
Ralf Streck, telepolis.de, 07. März 2016

[→] Fessenheim außer Kontrolle
Die französischen Behörden haben einen schweren Störfall verheimlicht, als der Reaktor bei Freiburg außer Kontrolle geriet. ...
Ralf Streck, telepolis.de, 05. März 2016

[→] Katastrophen-Reaktor Tschernobyl bekommt eine Schutzhülle
Das zerstörte Atomkraftwerk Tschernobyl in der Ukraine bekommt einen neuen Sarkophag. Die Finanzierung ist vorerst gesichert: Auf einer Geberkonferenz in London kamen 530 Millionen Euro zusammen. ...
faz.net, 29.04.2015

[→] Wikipedia : Nuklearkatastrophe von Tschernobyl#Wirtschaft

[→] Wikipedia : Erneuerbare Energien

Dienstag, 14. Februar 2017

Dummkopf, Verbrecher, etwas Drittes? [update]

„Wer die Wahrheit nicht weiß, und die Unwahrheit sagt, der ist bloß ein Dummkopf. Aber wer sie weiß, und trotzdem die Unwahrheit behauptet, der ist ein Verbrecher!“ (vgl.: Bertolt Brecht, Leben des Galilei)

[→] (neu) Versteht der Bundesjustizminister sein Netzwerkdurchsetzungsgesetz?
Heiko Maas verbreitet Fake News über Gesetz gegen Fake News
Die Große Koalition hat in ihrer Weisheit das Netzwerkdurchsetzungsgesetz verabschiedet, mit dem Betreiber von Social Media-Plattformen zur Reinigung von Hassrede und Fake News gezwungen werden soll. Ab 1. Oktober müssen soziale Netzwerke mit mehr als zwei Millionen Nutzern auf Zuruf Gedankenverbrechen innerhalb sehr kurzer Fristen löschen.
In der öffentlichen Diskussion hierüber kursieren zum Thema jedoch diverse Fake News. ...
12. September 2017 Markus Kompa

[→] Bundesregierung hat "die Armut stark vergrößert"
Europäische Kommission erhebt schwere Vorwürfe gegen deutsche Politik
"Von 2008 bis 2014 stach Deutschland durch eine Politik hervor, die stark die Armut vergrößerte." Diese Aussage stammt nicht etwa aus dem Armutsbericht des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, sondern direkt von hoher politischer Stelle: der Europäischen Kommission. ...
Marcus Klöckner, telepolis.de, 05. April 2017

[→] 50 Jahre "Verschwörungstheoretiker"
1967 verteilte die CIA eine geheime Handreichung zur Diskreditierung von Zweiflern
Ausgerechnet der "1. April" ziert als Datum das CIA-Dokument 1035-960, in welchem die CIA 1967 den Begriff "Conspiracy Theory" - "Verschwörungstheorie" - einführte. Sie reagierte damit auf das verbreitete Unbehagen über die offizielle Interpretation des Kennedy-Attentats. Nach Präsentation des Warren-Reports, der maßgeblich von CIA-Mastermind Allen Dulles geprägt war, erschien eine Welle von Büchern, die bei damals 46% der US-Bürger Zweifel an der Alleintäterschaft Oswalds verursachte. ...
Markus Kompa, telepolis.de, 04. April 2017

[→] Willy Wimmer und Albrecht Müller haben anderthalb Stunden miteinander gesprochen. Das Ergebnis: ein spannendes Video.
In diesem Gespräch zwischen dem früheren CDU-Bundestagsabgeordneten und Parlamentarischen Staatssekretär, Willy Wimmer und dem früheren SPD-Abgeordneten und Planungschef im Kanzleramt, Albrecht Müller, geht es um Fragen, die unser Überleben betreffen und die dennoch in der deutschen Öffentlichkeit nicht besprochen werden. Dass dies so ist, ist ausgesprochen bedrückend. Dies zeugt von einer schwachen demokratischen Gesinnung der heute politisch agierenden Personen. ...
Albrecht Müller, nachdenkseiten.de, 2. April 2017

[→] Die USA, der IS und Saudi-Arabien
Wie sein Vorgänger Obama hat auch US-Präsident Trump die Vernichtung des Islamischen Staates (IS) zu einer seiner vordringlichsten Aufgaben erklärt. Die Mitglieder der Terrororganisation müssten "ausradiert werden und von der Oberfläche der Erde verschwinden". Ihre Verbrechen seien so schwerwiegend, dass auch der Einsatz von Folter gegen sie gerechtfertigt sei.
  Wie sein Vorgänger Obama hat Präsident Trump weder im Wahlkampf, noch seit seiner Amtseinführung auch nur ein einziges Wort gegen das Herrscherhaus in Saudi-Arabien gerichtet, obwohl dessen systematische Menschenrechtsverletzungen denen des IS in nichts nachstehen. Unter dem Regime des Hauses von Saud sind die Amputation von Gliedmaßen, das Köpfen, das Erhängen und die Steinigung als Strafe für Vergehen gegen die fundamentalistisch ausgelegten Vorschriften der Scharia an der Tagesordnung ...
Ernst Wolff, telepolis.de, 02. Februar 2017

[→] Die Fakes des neuen Bundespräsidenten und seiner Mitstreiter bei der Agenda 2010 und der Ukraine Krise
nachdenkseiten.de,  14.02.2017

[→] Etwas Drittes : HEUCHELEI ! - d.i. die WAHRHEIT verschweigen bzw. unter Ausnutzung einer vorteilhaften Position die Erörterung dessen, was der Fall ist, unterbinden. → siehe : Offener Brief: Über Wahrheit, Lüge und dröhnendes Schweigen
Statt einer Gratulation: Ein offener Brief an den zukünftigen Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier
Heiner Flassbeck, telepolis.de, 01. Februar 2017
→ Dem Staat ist es nie an der WAHRHEIT gelegen, sondern immer nur an der ihm nützlichen Wahrheit, noch genauer gesagt, überhaupt an allem ihm Nützlichen, sei dies nun Wahrheit, Halbwahrheit oder Irrtum. (Friedrich Nietzsche, Unzeitgemäße Betrachtungen) ...
(neu) Und auch das ist HEUCHELEI: Das eine sagen, aber etwas anderes tun! : Wie die syrische Zivilbevölkerung unter den EU-Sanktionen leidet
Vor sechs Jahren verhängte die EU die ersten Strafmaßnahmen gegen Syriens Mächtige. Heute betreffen die Sanktionen jeden Teil des syrischen Lebens ...
Fabian Köhler, telepolis.de, 01. Mai 2017

[→] "Alternative Fakten": Keine Macht der Lüge
Die Methoden der neuen US-Regierung ähneln jenen aus der UdSSR. Wir dürfen uns nicht auf sie einlassen.
... Die Wahrheit ist aber, dass hinter den sowjetischen Lügen von damals, wie auch hinter den Lügen Trumps von heute, System steckt. Ein funktionierendes System. Ich spreche hier nicht von den üblichen Täuschungen, die jede Regierung verbreitet, indem sie die Wahrheit zumindest schönt. Ich spreche nicht von Kriegsrechtfertigungen, die nur mit geheimen Dokumenten zu widerlegen wären. Die besondere Qualität dieser Lüge à la Trump besteht darin, dass sie ohne jede Vorbildung, nur mit der Kraft der eigenen Wahrnehmung, von jedem durchschaut werden kann. Es ist gewissermaßen ihr Zweck, der Wahrnehmung zu widersprechen. ...
Marina Weisband, 28. Januar 2017, DIE ZEIT Nr. 5/2

[→] Whistleblower : Der Verrat
Whistleblower werden meist als Helden verehrt, erleiden aber auch die Seelenqualen des Verrats. Fand sich deshalb bei VW niemand, der den Dieselskandal aufdecken wollte?
Rainer Hank, faz.net, 28.01.2017



→ vgl. auch: Postfaktische FakeNews? Informationskrieg?